Dr. Schürer im Einsatz für „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Sri Lanka

Zurück vom Hilfseinsatz in Sri Lanka

„Ich bin stolz und glücklich, helfen zu können“ sagt Zahnarzt Dr. Burkhard Schürer und dabei leuchten seine Augen. Der Ur-Falkenseer ist nicht nur gerade nach jahrelanger Abwesenheit wieder mit Ehefrau Cornelia nach Falkensee zurückgezogen, er ist auch just von einem Einsatz bei „Zahnärzte ohne Grenzen“ in Sri Lanka zurückgekehrt.

Das Ehepaar hat im Februar auf einer Teeplantage in Matale geholfen. Die Stadt liegt ziemlich genau in der Mitte der singhalesischen Insel im indischen Ozean. In Matale liegt eine der 12 großen Teeplantagen, auf der der klassische „Ceylon“ angebaut und geerntet wird. „Ein Knochenjob, der fast nur von Frauen ausgeübt wird“, erzählt Dr. Schürer. Von den etwa 2.000 Menschen, die in Matale leben, arbeiten etwa 300 auf der Plantage. Gewohnt wird in kleinen Häusern, die Menschen dort sind bitterarm, aber höflich und sehr freundlich. Das Falkenseer Ehepaar hatte vom Plantagenverwalter ein leerstehendes Haus zur Verfügung gestellt bekommen, die Organisation „Zahnärzte ohne Grenzen“ hatte eine mobile Zahnarztpraxis dort hin transportieren lassen und Schürers hatten zusammen mit zwei jüngeren Ärztinnen aus Hamburg und Dresden die Aufgabe, sich um die Zähne der Kinder und ihrer Eltern zu kümmern: „Was wir da in den Mündern gesehen haben, war schon zum Teil erschreckend“, erzählt Cornelia Schürer, ausgebildete Dentalhygienikerin und seit vielen Jahren auch im Berufsleben an der Seite von Ihrem Mann. „Wir haben pro Tag etwa 40 Kinder behandelt und mit den Kolleginnen eine der Schulen besucht, den Kindern erst einmal erklärt, dass man seine Zähne putzen muss“, erzählt Cornelia Schürer. Viele Kinder wurden direkt in der Schule untersucht, fast alle hatten blutiges Zahnfleisch, löchrige Zähne und Entzündungen im Mundraum. Ein weiter Grund für die schlechten Zähne ist die Betelnuss. Die rote Frucht wird von fast jedem dort gekaut, sie erzeugt ein gewisses Wohlbefinden, so erfährt man auf Wikipedia, von der Wirkung her ähnlich wie Alkohol. Aber: Die in der Nuss enthaltenen Gifte greifen massiv die Zähne an: „Die Gebissseite, auf der die Menschen vorwiegend kauten, war oft völlig zerstört“. Behandelt wurde den ganzen Tag; wenn es Strom gab, wurde mit dem elektrischen Bohrer gearbeitet, ohne Strom mit der Zange…. Das Wasser zum Spülen brachten zwei einheimische Helfer in Kanistern, desinfiziert wurde das Besteck in einem Schnellkochtopf: „Im Haus gab es eine Steckdose, die ist am Ankunftstag für uns eingebaut worden“, sagt Dr. Schürer. Am Ende standen rund 40 Behandlungen pro Tag auf dem Tätigkeitsbogen für die Organisation. „Zahnarzt in Hemdsärmeln“, schwärmt Dr. Schürer von der Tätigkeit, da weiß man, dass man Gutes getan hat. „Sri Lanka ist zwar ein sozialistisch geführtes Land, das Arztbehandlungen bezahlt – aber was hilft es, wenn man nicht zum Arzt kommt, weil man Tag und Nacht schuftet oder der Weg zu weit ist…“ sagt Dr. Burkhard Schürer. Viele Teeplantagenbesitzer haben in den vergangenen Jahren umgedacht und die sozialen Umfelder verbessert. Es gibt zum Teil Schulen auf den Plantagen und – theoretisch eben auch – eine ärztliche Grundversorgung, die oftmals von Hilfsorganisationen übernommen wird. Dort zu helfen, „das ist mit das Schönste, was man als Arzt tun kann“, sagt Dr. Schürer leise am Ende der Erzählung. Dr. Schürer und Ehefrau Cornelia aus Falkensee sind übrigens Ur-Havelländer. Sie stammt aus Dallgow, er aus Falkensee, kennengelernt haben sich die beiden vor mehr als 30 Jahren im „Seeblick“ kurz vor Beginn seines Arztstudiums. Viele Jahre lang lebte das Ehepaar mit seinen Töchtern in Potsdam und nach dem Fall der Mauer in Ludwigsburg. In diesen Wochen ist das Ehepaar nicht nur von seinem Einsatz in Sri Lanka zurückgekehrt, sondern auch umgezogen zurück in die Heimat. Dr. Schürer arbeitet in einer Praxisgemeinschaft mit Dr. Nina Jung an der Ringpromenade, vor wenigen Wochen haben sie ein Grundstück an der Poststraße gekauft und wollen dort ein eigenes Praxisgebäude errichten. Der Neubau soll noch in diesem Jahr fertig werden. Der nächste Hilfseinsatz ist übrigens auch schon in Planung: „Wir wollen 2017 in der Mongolei helfen…“

Quelle / Auszug: Falkenseer STADT – JOURNAL 03/2016

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